Fallstudie

Rückblick auf die wichtigsten IT-Trends 2023 und Prognosen für 2024

Von 20. November 2023Keine Kommentare

Da wir uns dem Ende des Jahres 2023 nähern, ist es für IT-Führungskräfte und -Experten wichtig, über die bedeutenden Trends nachzudenken, die die Technologielandschaft geprägt haben. Diese Trends hatten nicht nur Auswirkungen auf Unternehmen, sondern auch darauf, wie wir leben, arbeiten und mit der digitalen Welt interagieren. Lassen Sie uns einige der wichtigsten IT-Trends dieses Jahres zusammenfassen und einen Blick darauf werfen, was uns im Jahr 2024 erwartet.

1. Demokratisierte generative KI (GenAI)

Generative KI, die auf massiv vortrainierten Modellen, Cloud Computing und Open-Source-Frameworks basiert, ist für Arbeitnehmer weltweit zugänglich geworden. Bis 2026 werden voraussichtlich über 801.000.000 Unternehmen GenAI-APIs und -Modelle verwenden und so Wissen und Fähigkeiten innerhalb von Organisationen demokratisieren. GenAI-Anwendungen ermöglichen umfassenden Informationszugriff sowohl intern als auch extern und verändern so die Arbeitsweise von Unternehmen.

Die Kraft hinter GenAI

  1. Massiv vortrainierte Modelle: GenAI nutzt groß angelegte vortrainierte Modelle wie GPT-3, BERT und T5. Diese Modelle haben riesige Mengen an Textdaten aufgenommen und können so zusammenhängende und kontextbezogen relevante Inhalte generieren.
  2. Cloud-Computing-Infrastruktur: Die Verfügbarkeit von Cloud-Plattformen ermöglicht es Unternehmen, enorme Rechenleistung zu nutzen. GenAI-Modelle können bereitgestellt, optimiert und remote abgerufen werden, wodurch der Zugriff auf modernste KI-Funktionen demokratisiert wird.
  3. Open-Source-Frameworks: Initiativen wie Hugging Face, OpenAI und TensorFlow haben die KI-Entwicklung demokratisiert. Ingenieure und Datenwissenschaftler können auf vorhandenen Modellen aufbauen, zusammenarbeiten und zur Community beitragen.

2. KI-Vertrauens-, Risiko- und Sicherheitsmanagement (KI TRiSM)

Da KI immer weiter verbreitet ist, ist das Management von Vertrauen, Risiken und Sicherheit von entscheidender Bedeutung. Ohne geeignete Schutzmaßnahmen können KI-Modelle zu unbeabsichtigten negativen Folgen führen. AI TRiSM bietet Tools für proaktiven Datenschutz, Modellüberwachung und Risikokontrollen. Bis 2026 können Unternehmen, die AI TRiSM-Kontrollen implementieren, die Entscheidungsgenauigkeit erheblich verbessern, indem sie bis zu 80% fehlerhafter und unzulässiger Informationen eliminieren.

Die Rolle von AI TRiSM

  1. Proaktiver Datenschutz: AI TRiSM legt Wert auf den Schutz von Daten während ihres gesamten Lebenszyklus. Dazu gehören Verschlüsselung, Zugriffskontrollen und sichere Datenverarbeitung. Durch den Schutz von Daten verringern Unternehmen die mit Verstößen und Missbrauch verbundenen Risiken.
  2. Modellüberwachung und Erklärbarkeit: KI-Modelle arbeiten in dynamischen Umgebungen. AI TRiSM gewährleistet eine kontinuierliche Überwachung, erkennt Anomalien und weist auf potenzielle Probleme hin. Erklärbarkeitstools helfen bei der Interpretation von Modellentscheidungen und erhöhen die Transparenz.
  3. Risikokontrollen: AI TRiSM legt Risikoschwellen fest. Wenn die Ausgabe eines Modells diese Schwellenwerte überschreitet, lösen Warnungen Korrekturmaßnahmen aus. Wenn ein KI-System beispielsweise unsichere medizinische Behandlungen empfiehlt, kann es gestoppt werden.

3. Intelligente Anwendungen und große Sprachmodelle

Mithilfe umfangreicher Sprachmodelle können Unternehmen ihre Mitarbeiter in einem Gesprächsstil mit Wissen verbinden und so das semantische Verständnis verbessern. Diese Modelle ermöglichen umfassende Interaktionen und machen Informationen für Mitarbeiter im gesamten Unternehmen zugänglich. Es sind weitere Fortschritte bei intelligenten Anwendungen zu erwarten, die diese Sprachmodelle für eine bessere Produktivität und Entscheidungsfindung nutzen.

Anwendungen und Anwendungsfälle

  1. Virtuelle Assistenten: Diese Modelle unterstützen virtuelle Assistenten, die Mitarbeiter bei Aufgaben wie der Terminplanung, der Beantwortung von FAQs und dem Abrufen von Informationen unterstützen.
  2. Automatisierte Dokumentation: Anstelle manueller Dokumentation können Sprachmodelle Zusammenfassungen, Berichte und Sitzungsprotokolle generieren. Dies rationalisiert die Verwaltungsarbeit.
  3. Entscheidungsunterstützung: Bei komplexen Entscheidungen können Mitarbeiter das Sprachmodell zu Rate ziehen. Es liefert Einblicke, analysiert Szenarien und empfiehlt Vorgehensweisen.

 

4. Quantencomputing entwickelt sich hin zu realen Anwendungen

Quantencomputing war einst eine theoretische Erfindung, doch jetzt nähert es sich zunehmend der praktischen Anwendung. Unternehmen erforschen Quantenalgorithmen für Optimierung, Kryptographie und wissenschaftliche Simulationen. Auch wenn es noch einige Jahre dauern wird, bis vollwertige Quantencomputer verfügbar sind, versprechen die Fortschritte auf diesem Gebiet bahnbrechende Durchbrüche.

Fortschritte und Herausforderungen

  1. Fortschritte bei der Hardware: Die Quantenhardware hat große Fortschritte gemacht. Unternehmen wie IBM, Google und Rigetti haben Quantenprozessoren mit immer mehr Qubits entwickelt. Zwar gibt es noch keine vollwertigen Quantencomputer, aber wir kommen der Realität immer näher.
  2. Noisy Intermediate-Scale Quantum (NISQ)-Ära: Aktuelle Quantencomputer arbeiten im NISQ-Regime. Sie leiden unter Rauschen, Dekohärenz und eingeschränkter Qubit-Konnektivität. Bei bestimmten Aufgaben zeigen sie jedoch immer noch Quantenüberlegenheit.
  3. Quantenfehlerkorrektur: Die Vermeidung von Fehlern ist von entscheidender Bedeutung. Es werden Quantenfehlerkorrekturcodes erforscht, um Qubits zu stabilisieren und die Zuverlässigkeit zu verbessern.

 

5. Die Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit entwickeln sich weiter

Cyberbedrohungen werden immer raffinierter. Unternehmen müssen wachsam bleiben und fortschrittliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Zero-Trust-Architekturen, Bedrohungsinformationen und KI-gesteuerte Sicherheitslösungen werden beim Schutz digitaler Assets eine entscheidende Rolle spielen.

Zero-Trust-Prinzipien

  1. Geringste Privilegien: Beschränken Sie die Zugriffsberechtigungen für jeden Benutzer oder jedes System auf das erforderliche Minimum. Gehen Sie davon aus, dass jeder Benutzer eine potenzielle Bedrohung darstellt, bis das Gegenteil bewiesen ist.
  2. Mikrosegmentierung: Teilen Sie das Netzwerk in kleinere Segmente auf und schränken Sie die seitliche Bewegung ein. Selbst wenn ein Segment beeinträchtigt wird, bleibt der Schaden begrenzt.
  3. Kontinuierliche Authentifizierung: Verlassen Sie sich auf Multifaktor-Authentifizierung und Verhaltensanalyse. Adaptive Authentifizierung passt die Sicherheit basierend auf dem Benutzerverhalten an.

Prognosen für 2024

1. Hyperautomatisierung

Hyperautomatisierung ist die Verschmelzung von Automatisierungstechnologien, darunter KI, maschinelles Lernen und robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA). Das erwartet Sie:

  • Prozessoptimierung: Unternehmen werden zunehmend komplexe, sich wiederholende Aufgaben automatisieren. Von der Rechnungsverarbeitung bis zum Kundenservice wird die Hyperautomatisierung die Abläufe rationalisieren.
  • Intelligente Bots: KI-gesteuerte Chatbots und virtuelle Assistenten kümmern sich um Routineanfragen und setzen so Personalressourcen für strategischere Aufgaben frei.
  • Automatisierte Entscheidungsfindung: Algorithmen des maschinellen Lernens analysieren Daten und empfehlen optimale Entscheidungen, wodurch die Effizienz gesteigert wird.

2. Edge Computing

Edge Computing bringt die Berechnung näher an die Datenquellen, reduziert die Latenz und ermöglicht die Echtzeitverarbeitung. Hier sind die Details:

  • Intelligente Geräte: Edge-Geräte – etwa intelligente Sensoren, Drohnen und autonome Fahrzeuge – verarbeiten Daten lokal. Dies ist für Anwendungen wie selbstfahrende Autos und die industrielle Automatisierung von entscheidender Bedeutung.
  • Latenzreduzierung: Durch Minimierung der Roundtrip-Zeit zu zentralen Servern sorgt Edge Computing für schnellere Reaktionen. Stellen Sie sich nahtloses Video-Streaming und sofortiges Feedback beim Spielen vor.
  • Datenschutz und Sicherheit: Am Edge verarbeitete Daten bleiben näher an ihrer Quelle, was den Datenschutz verbessert und die Anfälligkeit für Cyberbedrohungen verringert.

3. Nachhaltige Technologie

Angesichts des wachsenden Umweltbewusstseins wird die Technologie für eine nachhaltige Entwicklung eine zentrale Rolle spielen:

  • Grüne Rechenzentren: Energieeffiziente Rechenzentren werden zur Norm. Erneuerbare Energiequellen und effiziente Kühlsysteme minimieren die Umweltbelastung.
  • Kreislaufwirtschaft: Technologieunternehmen werden sich auf die Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Wiederverwertbarkeit ihrer Produkte konzentrieren. Es werden Geräte erwartet, die auf Langlebigkeit und einfache Demontage ausgelegt sind.
  • Umweltfreundliche Materialien: Von biologisch abbaubaren Kunststoffen bis hin zu nachhaltigen Verpackungen werden umweltfreundliche Materialien ihre weniger umweltfreundlichen Gegenstücke ersetzen.

4. Blockchain jenseits von Kryptowährungen

Die Blockchain-Technologie geht über Bitcoin und Kryptowährungen hinaus:

  • Transparenz in der Lieferkette: Blockchain gewährleistet die Rückverfolgbarkeit, verhindert Produktfälschungen und stellt eine ethische Beschaffung sicher.
  • Digitale Identität: Dezentrale Identitätssysteme ermöglichen es Einzelpersonen, ihre persönlichen Daten sicher zu kontrollieren.
  • Smart Contracts: Automatisierte, selbstausführende Verträge werden rechtliche Vereinbarungen revolutionieren und die Bürokratie reduzieren.

5. Mensch-KI-Zusammenarbeit

In der Zukunft geht es nicht um Mensch gegen KI, sondern um Zusammenarbeit:

  • Erweiterte Intelligenz: KI wird die menschlichen Fähigkeiten erweitern, nicht ersetzen. Betrachten Sie KI als einen vertrauenswürdigen Berater, der Erkenntnisse und Empfehlungen liefert.
  • Kreative Partnerschaften: Von der KI erzeugte Kunst, Musik und Literatur werden neben menschlichen Schöpfungen existieren. Durch die Zusammenarbeit werden neuartige Ausdrucksformen entstehen.
  • Ethische Überlegungen: Mit der zunehmenden Integration von KI werden die Diskussionen um Ethik, Voreingenommenheit und Transparenz intensiver.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die IT-Landschaft dynamisch ist und es für den Erfolg entscheidend ist, über neue Trends informiert zu bleiben. Mit Blick auf das Jahr 2024 müssen sich Unternehmen anpassen, innovativ sein und strategisch in Technologie investieren, um in einer sich ständig weiterentwickelnden digitalen Welt erfolgreich zu sein.

Linh Chu Dieu

Autor Linh Chu Dieu

Linh, ein wertvolles Mitglied unseres Marketingteams, kam im Juli 2023 zu SmartDev. Mit ihrem reichen Hintergrund in der Arbeit für mehrere multinationale Unternehmen bringt sie einen großen Erfahrungsschatz in unser Team ein. Linh ist nicht nur leidenschaftlich an der digitalen Transformation interessiert, sondern teilt ihr Wissen auch gerne mit denen, die ein ähnliches Interesse an Technologie haben. Ihr Enthusiasmus und ihre Expertise machen sie zu einem integralen Bestandteil unseres Teams bei SmartDev.

Mehr Beiträge von Linh Chu Dieu